BETREUUNG
Schwangerschaft und Geburt sind die natürlichste Sache der Welt, zugleich ein aufregendes Abenteuer. Ein Vordringen und Entdecken unbekannter Regionen: eigener Empfindungen, des eigenen Körpers und auch in der Partnerschaft. Neun Monate dauert die Vorbereitungszeit für einen neuen Lebensabschnitt: die Elternschaft. Vom Augenblick der Befruchtung bis zum Moment der Geburt. Eine Zeit, wie eine Hebamme es formulierte, in der die „Frauen die ganze Palette der tiefen Gefühle des Menschsein, Hoffnung, Angst, Verzweiflung, Zuversicht und grenzenloses Glück durchleben – bis diese Bündel purer Liebe geboren ist“.

Längst ist erwiesen, dass die Art und Weise der Geburt das spätere Leben nachhaltig beeinflusst. Ein freundlicher Empfang in der Welt ist die beste Ausgangsposition für glückliche Kinder und Erwachsene.

Schwangerschaft und Geburt folgen anderen Regeln als jenen des Berufes, der Familie und überhaupt der Außenwelt. Mit fortschreitendem Wachstum des Kindes wächst in den Frauen auch die Distanz zu anderen und das Bedürfnis nach Ruhe, Verinnerlichung, Konzentration auf das Unbekannte, auf dieses Wesen, das sich in ihnen zu regen beginnt. So wie nun der Körper langsamer, schwerfälliger wird, ergeht es der Seele.

Plötzlich dreht sich die Welt „da draußen“ viel zu schnell. Plötzlich ist überall von allem zu viel. Zu viel Hektik. Zu viel Lärm. Zu viele Leute. Vor allem zu viel Unverständnis für die Veränderung. Wenn ein Bedürfnis schwangerer Frauen nun in den Vordergrund tritt, dann ist es das nach verläßlichen, verständnisvollen Kontakten. Solche, die nicht zu nah sind und nicht zu distant.

Deshalb ist die Zusammenarbeit zwischen Geburthelfer und Hebamme so wichtig. Und die Betreuung durch eine Hebamme vor und nach der Geburt sehr empfehlenswert.