PILLE
Die Empfängnisverhütung mit der Pille nutzt für ihre Wirkung das Prinzip der Rückkoppelung zwischen Hormonen aus den Eierstöcken (Östrogen, Gestagen) und der Hirnanhangdrüse (FSH, LH).
In kombinierten Pillenpräperaten - den am häufigsten verwendeten Pillen - werden mit jeder Tablette gleichzeitig Östrogen und Gestagen eingenommen. Dadurch wird im Körper schon innerhalb kurzer Zeit (2-3 tage) ein gleichmäßiger Zustand aufgebaut, der die Freisetzung von FSH und LH aus der Hirnanhangdrüse und somit die Eireifung bzw. den Eisprung verhindert. Auch die Produktion körpereigenen Östrogens und Gestagens bleibt gedrosselt, dieser "Mangel" wird durch die regelmäßige Zufuhr von Hormonen mit der Pille voll ausgeglichen.
Die Gebärmutterschleimhaut wird nur mäßiggradig aufgelockert, der "Hormonentzug" in der pillenfreien Zeit führt meist zu einer mit der "normalen" Monatsblutung vergleichbaren Abbruchblutung, die aber auch unterbleiben oder geringer bzw. kürzer als gewohnt ausfallen kann.
Positive Auswirkungen
Haut
Im weiblichen Organismus sind auch männliche Geschlechtshormone vorhanden. diese werden von einem sexualhormonbildenden Eiweissstoff im Blut gebunden und unwirksam gemacht.So ist beispielsweise für Pillen mit dem selektiven Gestagen Desogestrel nachgewiesen, dass sich vielfach bestehende Hautunreinheiten und Akne bessern oder gänzlich verschwinden.
Fettstoffwechsel
Erhöhte Blutfettwerte können zu Verkalkung (Arteriosklerose) und ihren Folgen führen. Moderne Pillen mit selektiven Gestagenen (Desogestrel, Gestogen, Norgestimat) sind im Gegensatz zu älteren Substanzen (Levonorgestrel, Lynestrenol, Norethisteron) in der Lage, die als günstig erachteten Bestandteile des Fettstoffwechsels zu erhöhen, so dass insgesamt bei Verwenderinnen dieser modernen Pillen ein vergleichsweise positives Profil des Fettstoffwechsels entsteht.
Zyklus
Unter Pillenpräparaten kommt es normalerweise zu einer Besserung vorbestehender Zyklusbeschwerden (Monatsschmerzen, Zyklusunregelmäßigkeiten), was für viele Frauen neben der sicheren Verhütung ein zusätzlicher Grund ist, eine Pille einzunehmen.
Blutung
Bei Einnahme der Pille werden die "Monatsblutungen" zumeist schwächer und dauern kürzer. In seltenen Fällen können sie - insbesondere nach Einstellung auf eine Pille - auch einmal ganz ausbleiben. Diese geringere Belastung durch die Monatsblutung wird von vielen Verwenderinnen der Pille als ein sehr angenehmer und erwünschter Begleiteffekt empfunden. Auch vorbestehender Eisenmangel und Blutarmut (Anämie) können auf diesem Wege gebessert bzw. beseitigt werden.
Krebs
Die Einnahme der Pille schützt nachweislich vor bestimmten Krebsarten der Eierstöcke und der Gebärmutter. Durch die pillenbedingte Ruhigstellung wird hier offensichtlich das Risiko, Krebs zu bekommen, deutlich gesenkt.